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3. Patchwork + Quilt Ausstellung geöffnet sonntags 14-17 Uhr bis 8. September 2019

Wegen des großen Erfolgs verlängert
bis einschließlich 22. September 2019!!!!!!!!!

Leonberger Kreiszeitung Leonberg und Umgebung 17.8.2019

Heimatmuseum Flacht Eine Kunst, die glücklich macht

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Weissach - Zusammensitzen, über Gott und die Welt reden und nebenher nähen. Dazwischen gibt es eine Pause mit Kaffee und Kuchen. So muss man sich ein typisches Treffen der drei Damen aus Flacht, Weissach und Hirschlanden vorstellen. Seit vielen Jahren schon teilen sich Monika Reiche aus Weissach, Alke Lah aus Flacht und Meta Abele aus Hirschlanden das gleiche Hobby: das Patchwork. Einige ihrer Werke sind derzeit in einer Ausstellung im Heimatmuseum Flacht ausgestellt.

 

„Damals sagte ich mir, ich schneide doch keine Stoffe auseinander, nur um sie später dann wieder zusammenzunähen“, erzählt Meta Abele. Doch es kam ganz anders, und es wurde eine große Begeisterung daraus. Alle drei widmen sich ihrem Hobby seit mindestens 15 Jahren.

Patchwork bedeutet Flickwerk. Verschiedenfarbige Stoffe werden nach einem Entwurf zugeschnitten und dann zusammengenäht. Das ergibt dann das Top (Vorderseite). Dieses Top wird mit einem Vlies und einer Rückseite zusammengeheftet und anschließend von Hand oder mit der Maschine nach einem bestimmten Muster gequiltet. Dies ist sehr wichtig, sonst würden sich die drei Schichten verschieben. Dadurch ergibt sich auch der Name „Quilt“, so heißt ein fertiges Patchwork. Die Patchwork-Kunst wurde im 19. Jahrhundert durch die Amish-Leute in Amerika bekannt, ihre Wurzeln reichen aber noch viel weiter und bis in den Orient zurück.

Ausstellung in Amerika besucht

Nachdem Alke Lah und Monika Reiche sich vor 15 Jahren bei einem Töpferkurs zufällig kennengelernt hatten, nahm Reiche ihre neue Freundin mal in einen Patchworkladen mit. „Der Laden hat mich total begeistert, mir hat es da richtig gut gefallen. Ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen“, erzählt die 78-jährige aus Hirschlanden. Monika Reiche hatte zu dieser Zeit schon etwas mehr Erfahrung, sie besuchte vor 28 Jahren während ihres vierjährigen Amerika-Aufenthaltes eine Patchworkausstellung und kam seitdem nicht mehr davon weg. „Das hat mich wirklich fasziniert damals, in Amerika ist das ganze ja noch viel größer als hier und hat eine ganz andere Bedeutung“, sagt Monika Reiche.

Meta Abele stieß eher zufällig dazu, kurz bevor Monika Reiche und Alke Lah 2007 ihre erste Ausstellung im Flachter Heimatmuseum hatten. Mit 83 Jahren ist sie die älteste der drei Damen, kam damals vor etwa 20 Jahren durch ihre Tochter, die einen Stoffladen besaß, zum Patchwork. Ihre Quilts bestehen alle nur aus Baumwolle, so sind sie auch zum Waschen geeignet. Die Stoffe werden gekauft, oder sie benutzen den Stoff alter Klamotten, die nicht mehr gebraucht werden, und verwerten diesen weiter.

 

Mit Nadel, Faden und natürlich auch mit der Nähmaschine konnten alle vorher schon umgehen, nähten zum Beispiel kleinere Taschen oder Klamotten für sich und ihre Kinder. „Wir haben alle drei verschiedene Kurse besucht, auch bei namhaften Künstlern, und haben uns auch vieles selbst beigebracht“, sagt die 61-jährige Monika Reiche.

In jedem Quilt steckt viel Arbeit

„Gibt es Ausstellungen, Workshops oder Messen in der Nähe, besuchen wir diese zu dritt, um uns neu inspirieren zu lassen. Manchmal gehen wir auch zu den europäischen Patchworktagen in Sainte-Marie-aux-Mines in Frankreich“, erzählt Meta Abele. Wenn sie gerade nicht auf Ausstellungen unterwegs sind, dann treffen sich die Freundinnen gemeinsam zum Nähen. An einem Quilt arbeiten sie schon mal bis zu eineinhalb Jahre. „Für den Elefant, der momentan im Heimatmuseum aushängt, habe ich ungefähr eineinhalb Jahre gebraucht. Aber natürlich näht man nicht immer nur an einem Quilt, sondern nebenher auch ein paar andere“, erklärt Alke Lah.

„Die Faszination an diesem Hobby ist eigentlich der ganze Werdegang an einem Quilt. Zuerst die Begeisterung an einem Muster, traditionell oder selbst ausgedacht, dann die Auswahl der Farben und der Stoffe, das Zuschneiden, Nähen und Quilten bis zum fertigen Ergebnis macht einfach glücklich“, erklären die Damen mit strahlenden Augen.

Ausstellung
Wer Interesse hat, sich die aufwendigen Arbeiten von Monika Reiche, Alke Lah und Meta Abele anzusehen, hat dazu noch bis zum 8. September im Heimatmuseum Flacht (Leonberger Straße 2 in Weissach) Gelegenheit. Das Museum hat jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Außerdem haben Besucher die Gelegenheit, einen Quilt zu gewinnen. Das Heimatmuseum verkauft Lose für drei Euro, den Erlös spenden sie an das Hospiz in Leonberg. Dazu gibt es noch andere selbst gemachte Dinge zu gewinnen.

 

Leonberger Kreiszeitung Leonberg und Umgebung 26.07.2019 Seite 3

Patchwork und Quilts im Heimatmuseum

Meta Abele, Alke Lah und Monika Reiche präsentieren im Heimatmuseum Flacht eine Patchwork- und Quilt-Ausstellung. Eröffnung ist am Sonntag, 28. Juli, um 14 Uhr im Museum in der Leonberger Straße 2. Patchwork – das hat in diesem Fall nichts mit Scheidungsfamilien zu tun. Es ist auch der Name einer Kunstgattung, ohne die die abstrakte amerikanische Kunst des 20. Jahrhunderts nicht entstanden wäre. Mit den Näh- und Sticktechniken Patchwork (Flickenteppich, Collage) und Quilt (Steppdecke) werden seit Jahrtausenden Steppdecken-Unikate und andere dreilagige Textilien hergestellt. Diese Kunst zog einst von Arabien über Mitteleuropa mit den Auswanderern in die USA, wo sie auf die bereits vorhandene Handarbeitskunst traf, die einige Stämme der Ureinwohner praktizierten. So entwickelte sich das Patchwork immer weiter. (kle). Die Ausstellung läuft bis zum 8. September. Geöffnet ist immer sonntags von 14 bis 17 Uhr. Darüber hinaus können Besucher bei einer Verlosung einen großen Quilt gewinnen. Der Erlös aus dem Losverkauf geht an das Kinderhospiz.

Ausstellung Patchwork, Ziehbock und eimerweise Kartoffelsalat

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Renningen/Weissach - So glühend heiß wie im vergangenen Jahr ist es zum Glück am Sonntag nicht gewesen, sodass das Interesse am Patchwork, das man ja im Allgemeinen gerne mit dicken Winterdecken verbindet, leichter zu wecken war. Die Sonderausstellung im Heimatmuseum Renningen ist seit drei Wochen zu bestaunen und passt ganz ausgezeichnet in die historischen Räumlichkeiten. Beim Backhaus- und Museumsfest am Sonntag erfreuen die Stücke ein besonders großes Publikum: Ganz Renningen scheint an diesem Tag auf den Beinen zu sein, um an dem Fest teilzunehmen. Mit gutem Grund, denn die Landfrauen trumpfen stets mit frisch gekochtem Essen und selbst gemachten Kuchen auf. „Wir kochen für 500 bis 600 Gäste“, erzählen Anna Saar-Quitsch und Annett Grözinger vom Vorstand. Auch diesmal steht um die Mittagszeit wieder eine Schlange, die scheinbar bis nach Merklingen reicht, an, um sich den leckeren Schweinehals aus dem Backofen mit Kartoffelsalat und frischem Brot schmecken zu lassen.

Nachwuchs ist ein großes Problem

In diesem Jahr richteten die Landfrauen das Fest zusammen mit dem Heimatverein aus, denn sie haben, ähnlich sehr vielen anderen Traditionsvereinen, ein Nachwuchsproblem. „Die jungen Frauen sind nicht mehr bereit, sich so viel Arbeit aufzuhalsen“, meint der Gatte einer der Landfrauen, beide um die 80 Jahre. Ein trauriger Aspekt bei einer Gemeinschaft, die sehr viel bewegt und bewegen kann, denn der Landfrauenverband ist recht dynamisch und keineswegs „verkalkt“.

Wer dann mit noch einem Stück Kuchen gestärkt die Ausstellung besucht, dem ist neben den ständigen Exponaten viel Interessantes geboten: „Von jedem Mitglied ist etwas dabei“, erklärt Monika Burkhardt bei einem Rundgang. Viele bunte Patchworkdecken mit klassischen Mustern hängen unten zwischen den alten Holzbalken und erhellen den Raum. Viele der aneinander genähten Blöcke haben eine gewisse Symbolik, wie zum Beispiel „Das Blockhaus“. Manche sind sogar handgenäht.

Stoffreste erhalten eine neue Bedeutung

Die ursprüngliche Idee, nämlich Stoffresten eine neue Bedeutung zukommen zu lassen und sie nicht wegwerfen zu müssen, könnte schwäbischer nicht sein, kommt aber von den Amish People in Amerika, die noch heute so leben wie vor hunderten von Jahren. Im Grunde ist die Tradition noch viel älter und kommt aus dem Orient. Neben den klassischen Quilts sind wunderschöne Nähbilder anzuschauen. Hier haben die Künstlerinnen die Werke des österreichischen Grafikers Eugen Stross, der Mondrian ähnlich arbeitet, als Vorbilder genommen und mit Stoff perfekt nachempfunden.

Für die Freunde des robusteren Handwerks war schließlich noch etwas geboten: Im Garten des Museum zeigte der Silberberger Eicke Rossow in mittelalterlichem Kostüm an seinem über 100 Jahre alten Ziehbock aus Fliederholz nahezu unzerstörbare Beilstiele.

 

Sonderausstellung
In Renningen ist die Patchwork- und Quiltausstellung nun vorbei. Wer sich für die faszinierende Kunst interessiert, hat im Heimatmuseum Flacht (Leonberger Straße 2 in Weissach) noch Gelegenheit dazu. Dort sind noch bis zum 8. September Quilts von Meta Abele, Alke Lah und Monika Reiche zu sehen. Die Weissacherinnen pflegen diese Kunst seit Jahrzehnten und sind sehr geübt darin. Geöffnet ist immer sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Heimatmuseum Flacht Die Kochworkshops sind sogar übervoll

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Weissach - Wo kommt unser Essen her? Wie haben es die Kühe auf dem Bauernhof um die Ecke? Wie viele Landwirte gibt es eigentlich noch in meiner Gemeinde? All das sind Fragen, mit denen sich das Heimatmuseum Flacht in der Sonderausstellung „Von Spätzle bis Heckengäu-Kaviar – Kostproben unserer Esskultur“ beschäftigt hat. Und die war bei Weitem nicht nur auf die Museumsräume beschränkt. Neben der reinen Ausstellung gehörten auch Felderrundfahrten und Kochworkshops zum Programm. Die Museumsleiterin Barbara Hornberger zieht Bilanz nach diesem außergewöhnlichen Projekt.

 

„Rückblickend kann ich sagen, dass die Ausstellung mit all ihren Extras ein voller Erfolg war. Es kamen, zählt man die Veranstaltungen mit, etwa 550 Leute. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass das Heimatmuseum sonst um die 1000 Besucher im Jahr hat,“ erzählt Barbara Hornberger.

Kochduell ist besonders gut besucht

Besonders gut wurde das Kochduell angenommen, das den Abschluss der Ausstellung einläutete. Drei internationale Teams aus Flacht und Weissach traten gegeneinander an. 120 Besucher sahen sich den Show-Abend an. Was ebenso gerne angenommen wurde, waren die vorangegangenen Kochworkshops, die teilweise sogar etwas überfüllt waren. „Da kamen Leute, die habe ich im Heimatmuseum noch nie gesehen. Aber das freut mich umso mehr, denn mein Ziel war es, dass die Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich auch die Flüchtlinge gut integrieren können“, sagt Barbara Hornberger.

Bei den Workshops lernten die Teilnehmer nämlich, verschiedene Gerichte aus der ganzen Welt zu kochen, ob aus Arabien, Indien oder Syrien. Unter anderem haben Flüchtlinge das Projekt unterstützt. Diese nehmen das Heimatmuseum zum Teil als einen Anlaufpunkt, um sich zu integrieren und das Dorf besser kennenzulernen. „So ergab es sich über mehrere Ecken, dass wir in Kontakt und somit auf diese wunderbare Idee kamen“, erzählt die Museumsleiterin.

Die Felderrundfahrten zu Bauern und ihren Höfen in Weissach und Flacht waren der Museumsleiterin ein besonderes Anliegen. „Mir war es wichtig, dass die Leute wissen, wo ihr Essen herkommt, wie die Kühe leben und wo sie geschlachtet werden – und wieso es nicht nur zu Zeiten des Klimawandels wichtig ist, auf regionale Produkte zu setzen, auch wenn man etwas mehr dafür bezahlen muss. Außerdem sollten sie erfahren, ob der Kleinbauer auch so heftig Glyphosat einsetzt wie ein Großbauer in Niedersachsen“, erklärt Barbara Hornberger.

 

Ausstellungen bis Ende 2020 schon festgelegt

Die Felderrundfahrten und Hofführungen waren mit zwischen 10 und 20 Besuchern zwar nicht ganz so gut besucht, was aber auch an dem heißen Wetter lag, bei dem viele einfach nicht außer Haus wollten, vermutet Hornberger. „Es stört mich aber überhaupt nicht, dass hier der Zulauf nicht so groß war. Mir ist es wichtig, dass die Leute in Kontakt kommen, sich kennenlernen und in Ruhe ihre Fragen stellen können. Bei 40 oder mehr Leuten wäre das gar nicht möglich gewesen. Da gilt weiter meine Devise: Lieber kommen fünf Menschen und nehmen viel mit, anstatt 50 Menschen und die nehmen nur die Hälfte mit“, erzählt die Museumsleiterin.

Ermöglicht wurde das Projekt mithilfe des EU-Förderprogramms Leader Heckengäu. Dabei werden Projekte gefördert, die die ländliche Lebensqualität sichern oder den Menschen die Landwirtschaft näherbringen. Mit entsprechenden Fördermitteln kann sich Hornberger durchaus vorstellen, eine Ausstellung in diesem großen Rahmen erneut in Angriff zu nehmen, denn motiviert ist sie durchaus. In naher Zukunft ist dahingehend aber noch nichts geplant. Die Ausstellungen bis Ende 2020 stehen schon fest.

 

Erstes Weissacher Kochduell am Freitag, 12. Juli, 18 Uhr in der Festhalle Flacht

Drei internationale Kochteams aus Weissach zaubern Gerichte aus hiesigen Lebensmitteln.

Fingerfood, Rätsel und Unterhaltung übers Essen mit Gewinnen

Kostprobe der drei Speisen.

Musik: Ramesh Khosh Nawa und Jugendband Hortus Musicus

Jury: Profi-Köche Jakob Schön und Issam Abdul-Karim (Stuttgarter des Jahres 2016) und eine Vertreterin des Landratsamts Böblingen; Bürgermeister D. Töpfer moderiert.

 


 

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„Von Spätzle bis Heckengäu-Kaviar –

Kostproben unserer Ess- und Trink-Kultur“

Ausstellung mit Rahmenprogramm im Heimatmuseum Flacht 18. Mai bis 21. Juli 2019

 

Dieses Museumsprojekt wird von LEADER Heckengäu gefördert. LEADER: EU-Förderprogramm, das die ländlichen Regionen stärkt.
60% netto der Ausstellung und des Rahmenprogramms werden bezahlt, 40 % muss das Heimatmuseum selbst u.a. durch Spenden finanzieren. 
IBAN: DE 42603 9030 002 59060 003 Volksbank Region Leonberg BIC: GENODES1LEO: Verwendungszweck: LEADER-Projekt 2019  Danke!

 

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die
Entwicklung des ländlichen Raums: Hier
investiert Europ in die ländlichen Gebiete

Kriterien für die Förderung: Zusammenwirken örtlicher Vereine und Institutionen und Beitrag zur Integration.


Kochworkshops in Weissach

Einwanderer beeinfluss(t)en unser Essen, von Pizza bis Döner Kebab. Das kennt jede/r, aber es gibt noch viel mehr. Im Rahmenprogramm der Ausstellung können Sie in kleinen Gruppen zusammen mit Ausländerinnen und Ausländern afghanisch, indisch und syrisch kochen lernen.

Die Kochabende finden jeweils um 18 Uhr im Rosa-Körner-Stift in Weissach, Raiffeisenstraße 9, in der Nähe des Marktplatzes statt.

Anmeldung erforderlich!

Sonntag, 30.6. 15 Uhr: Woher kommt unser Steak?    Hof-Besichtigung Bullenmast Jauß, Weissach, Iptinger Straße

 


 

Link direkt: https://vimeo.com/316282655

Mehr zur Carrerabahn mit ausführlichem Film über Aufbau und Rennen gibt es hier:
www.aphaug.de/carrera/wer-gewinnt-den-museums-cup---film-.html
 

Zeitungsbericht: Auch ohne Benzin liegt Adrenalin in der Luft von Stefanie Leiss

Weissach: Zweitägiges Carrera-Bahn-Rennen im Heimatmuseum Flacht begeistert alle Generationen

Die Sonderausstellung „Mein Lieblings-Spielzeug“ hat bereits viele Besucher ins Heimatmuseum Flacht gelockt. Zum Abschluss wird noch ein ganz besonderes Event geboten – der Museumscup 2019 unter der Schirmherrschaft des bekannten Rennfahrers Herbert Linge.

Die liebevoll und detailreich aufgebaute 20-Meter-Carrera-Rennbahn wirkt wie ein Magnet und erfreut sich bei Jung und Alt gleichermaßen großer Faszination. Der Startschuss fällt! Die Rennautos flitzen in rasendem Tempo über die Bahn. Viele Augenpaare folgen ihnen aufmerksam und mit einer gewissen Anspannung. Auch wenn es Spielzeugautos sind, die sich hier ein Rennen liefern, so liegt spürbar Adrenalin in der Luft. Die Kunst ist, trotz hoher Geschwindigkeit nicht aus der Kurve zu fliegen. Nicht immer gelingt es. In einem zweitägigen Rennen mit drei Durchläufen von jeweils zwei Minuten liefern sich die 20 Teilnehmer ein spannendes Duell um die Spitzenplätze. Der letzte Durchlauf findet im abgedunkelten Raum als Nachtfahrt statt. Die Rennautos sind dafür alle mit Scheinwerfern ausgestattet.

Die Rennleitung übernimmt Peter Haug, Mitglied im Heimatverein, Tüftler, Bastler und Ideenlieferant für diese Veranstaltung. Viele ehrenamtliche Helfer sind an der Umsetzung beteiligt, erzählt die Leiterin des Heimatmuseums Barbara Hornberger: „Einige Flüchtlinge waren mir eine ganz große Hilfe. Hier ist fast so etwas wie eine Integrationsstelle entstanden. Ich helfe beispielsweise bei Briefen, die sie nicht lesen oder richtig verstehen können und im Gegenzug kann ich jederzeit auf ihre Unterstützung zählen.“

Der jüngste Teilnehmer Lenni Keck ist fünf und ein ernstzunehmender Konkurrent für die Älteren. Auch zwei Mädchen nehmen am Wettbewerb teil. Jan Link (13) ist zum ersten Mal dabei: „Ich mag solche Veranstaltungen. Das macht einfach Spaß. Ich bin echt gespannt, welchen Platz ich ergattern kann“, sagt er aufgeregt und kann den nächsten Rennlauf kaum erwarten.

In den Pausen zwischen den Rennen gibt es Kuchen und Brezeln, Kaffee und andere Getränke für das leibliche Wohl, vielleicht auch als Nervennahrung. Der Schirmherr Herbert Linge mischt sich unters Volk, hält hier ein Schwätzchen, gibt da eine Anekdote zum Besten. Lenni Keck und Linge fahren in der Pause ein kleines Extrarennen außer Konkurrenz. 85 Jahre Altersunterschied und trotzdem der gleiche Blick in den Augen. Herbert Linge ist mit seinen 90 Jahren noch mittendrin im Leben. „Ich bin ja schon lange im Heimatverein und da war es eine Ehrensache für mich, hier mit dabei zu sein.“ Der Terminkalender des erfolgreichen Rennfahrers ist auch heute noch übervoll. „Manchmal ist es fast ein wenig viel. Und ich kann leider nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein“, sagt Linge mit einem verschmitzten Lächeln.

Der Tisch mit den Preisen kann sich ­sehen lassen. Es gibt sehr schöne und wertvolle Modellautos in verschiedenen Größen für die Plätze 1 bis 3 zu gewinnen. Noch mehr tolle Preise gibt es aber auch für  die Ränge ab dem 4. Platz. Leer geht niemand aus. Um 15.30 Uhr am Sonntag ist es so weit: Die Gewinner stehen fest. Den 3. Platz belegt Simon Pletziger (8) aus Flacht. Platz 2 hat Mohammed Alawad (11) aus Weissach geschafft und die Siegerin des ersten Museumscups ist die achtjährige Mirilla Mamar aus Flacht. Das Mädchen ist erst im August 2018 aus Syrien nach Deutschland gekommen. Freudig und fast ein wenig ungläubig steht Mirilla auf dem Siegertreppchen zwischen Simon und Mohammed.

Herbert Linge hat bis zum Schluss mitgefiebert und verteilt noch ein paar Geschenke, die er selbst mitgebracht hat. Auch bei den Schiedsrichtern und Streckenwärtern möchte er sich bedanken. Die Stimmung ist nun gelöst und fröhlich, die Anspannung vorbei. Jetzt darf noch ein Weilchen gefeiert werden und die glücklichen Sieger strahlen um die Wette. Die Kinder haben die erwachsenen Teilnehmer auf die Plätze verwiesen. „Es gab richtig tolle Begegnungen, alle hatten viel Spaß und viele haben sogar das ganze Museum besichtigt. Ich bin mehr als zufrieden“, sagt Barbara Hornberger.

Das nächste Projekt ist auch schon geplant: Ab 18. Mai startet die neue Sonderausstellung „Essen und Trinken – früher und heute“ und beleuchtet die Veränderungen in Bezug auf Nahrungsmittel und Ernährung. Ein breites und interessantes Themenfeld. „Außerdem finden im Juli ein Kochduell, verschiedene Workshops und ein Nachtmarkt mit allerlei Köstlichkeiten statt. Das wird sicherlich wunderbar“, berichtet Barbara Hornberger mit großer Vorfreude.

Leonberger Kreiszeitung, 4.Februar 2019

 

Ausstellung "Mein liebstes Spielzeug"

Lieblings-Spielzeuge aus unserer Gemeinde und ihre Geschichte/n

Große Spielfläche für Kinder und alle, die gern spielen

mit Kaufladen, Puppenstube u.a.

Schirmherr Herbert Linge

Mitveranstalter: Jugendhaus Rectory

 

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