Unterwegs

Wanderungen

Auswandern
Seit 1774 sind fast 900 Flachter und Weissacher ausgewandert, die meisten nach Nordamerika. Sie gingen aber auch nach Frankreich, Polen, Ungarn und in die Schweiz. Hauptanlass war die hiesige Armut.

Einwandern
Häufig waren und sind Weissach und Flacht aber auch Endpunkt der Auswanderung von Menschen aus anderen Ländern. So siedelten sich nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) Schweizer in den stark entsiedelten Dörfern an. 1945/46 kamen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei, Ungarn und Polen hierher, die in der Folge des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs  ihre Heimat verlassen mussten. Vom Flüchtlingslager Malmsheim aus wurden 400 von ihnen Weissach zugewiesen und 238 Flacht. Sie wurden zunächst in beiden Festhallen untergebracht und bei den Einheimischen einquatiert. Trotz der Reserviertheit der Hiesigen gegenüber den Zugezogenen gelang es diesen sich einzugliedern und hier heimisch zu werden, z. B. indem sie in Sportvereine gingen. Die nächsten Ankömmlinge waren 1961 italinienische Gastarbeiter, denen Jugoslawen, Türken, Portugiesen und Griechen folgten. Seit 1990 nimmt Weissach Asylbewerber auf. Solange über ihren Antrag nicht entschieden ist, haben sie kaum Kontakt zu den Einheimischen.

Mobilität
Die 1906 eröffnete Strohgäubahn zwischen Korntal und Weissach brachte der Region einen Mobilitätsschub. Der Transportaufwand für Material und Waren reduzierte sich. Es war nun viel leichter möglich, hier zu wohnen und außerhalb seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Mit der flächendeckenden Motorisierung des Straßenverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Bahn jedoch an Bedeutung. Die nahe Autobahn ist heute die bevorzugte Verkehrssache für Personen und Güter. Demnächst wird die Strohgäubahn deswegen nur noch zwischen Korntal und Hemmingen verkehren.
 

Weissacher Auswandererfamilie vor ihrem Haus in den USA (Reinbeck, Iowa), 1915


Mädchenausflug mit dem Weissacher Transportunternehmen Wöhr, 1927


Festhalle Weissach, 1946 Unterkunft für die Vertriebenen