Geschichte - Kriege und Krankheiten

Kriege und Krankheiten

Zwischen dem Beginn des Dreißigjährigen Kriegs 1618 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war Württemberg von allen kriegerischen Ausein-andersetzungen auf mitteleuropäischem Boden betroffen.Durchziehende Truppen brandschatzten, plünderten, töteten, vergewaltigten und zerstörten. Gleichzeitig musste die Bevölkerung für deren Unterhalt aufkommen. Hunger und Seuchen, herumstreunende Bettler und erbitterte Kämpfe waren die Folge. Bis ins 19. Jahrhundert suchten die Flachter Zuflucht im Wald oder hinter den Stadtmauern von Leonberg. Die Weissacher verschanzten sich auf ihren befestigten Kirchhof, aber 1963 drangen die Franzosen selbst dort ein. Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Orte durch Luftangriffe und den Einmarsch französischer Soldaten zum Kriegsschauplatz,  kamen jedoch vergleichsweise glimpflich davon. Selbstverständlich mussten die Dörfer auch Soldaten stellen. So kehrte von neun Weissachern, die 1812 mit Napoleon nach Russland zogen, nur einer zurück. 93 Hiesige fielen im Ersten, 148 im Zweiten Weltkrieg.
Todbrigend waren darüber hinaus in Kriegs- wie auch in Friedenszeiten Seuchen. 1575 erlagen in Flacht 75 Menschen in fünf Monaten der Pest. In Weissach starben in den beiden darauffolgenden Jahren 92 von rund 500 Einwohnern an der Epidemie, 1596/97 sogar 114. 1626 und 1635 brach die Pest erneut aus. 1798 und 1802 grassierten in Weissach eine Pocken- und eine Masernepidemie, die zum Tod von Erwachsenen und Kindern führten. Daneben gab es auch im Heckengäu eine hohe Sterblichkeit bei Säuglingen, Kleinkindern und Müttern im Kindbett. Weitere häufige Todesursachen waren Unfälle nach Stürzen von Bäumen oder Wagen, aber auch Angriffe des Gemeinde- Farren. (Stier, der die Kühe besamte). Der damals noch tief verankerte christliche Glaube an die Auferstehung half, den Verlust der Angehörigen zu ertragen und sich vor dem eigenen Tod nicht zu fürchten.

Vorposten in einem Laufgraben, Feldpostkarte eines Weissacher Soldaten an seine Eltern, 1917


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