Industrie

Schuhe, Strümpfe, Stühle

Schuhe

In der ersten, 1903 von den Brüdern Carl und Friedrich Seutter gebauten Fabrik in Weissach wurden Schuhe produziert. Als Zweiter nahm 1920 der „Ochsen- Köhl“ die Schuhfabrikation auf, mit 53 Arbeitern über der gleichnamigen Wirtschaft. Durch Friedrich Seutters Umzug nach Weilimdorf schrumpfte der Weissacher Betrieb. Köhl dagegen vergrößerte sich und übernahm 1937 das Seuttersche Gebäude. 20 Jahre später wurde seine Firma liquidiert. Carl Seutter junior stellte von 1947 bis 1967 unter dem Namen ESWE (Seutter Weissach) Haus- und Leinenschuhe, und weltweit exportierte technische Lederwaren (Dichtungen etc.) her.

Strümpfe

Als 1906 die Strohgäubahn ihren Betrieb aufnahm, eröffnete die Renninger Mechanische Strumpfwarenfabrik Robert Kern einen Standort mit über 100, vor allem weiblichen, Beschäftigten in der Nähe des Weissacher Bahnhofs. Schon 1955 stieg die Firma in die Strumpfhosenproduktion ein. In den 1960ern wurden Kern-Socken von Teilnehmern an Himalaja- u.a. Expiditionen oder von Winterolympioniken hoch geschätzt. 1972 stellte die Firma, die zuvor immer auf zeitlose Qualität gesetzt hatte, hochmodische Hotpants her. Trotzdem musste man 1973 aufgeben. Bis 1984 nutzte der Reißverschlusshersteller Ruhrmann das Gebäude, seit 2009 ist es Jugend- und Kulturzentrum.

Stühle

Die 1850 gegründete Drechslerei Kilpper ist heute eine erfolgreiche Stuhlfabrik mit 30 Mitarbeitern. Alle fünf Inhaber des familiengeführten Unternehmens bildeten sich im Ausland und z. T.  auch künstlerisch weiter. Immer wieder passte die Firma ihre  Produktion an den Kundenbedarf an. Zunächst drechselte Kilpper Spinnräder, dann reich verzierte Möbel, Holzwaren für den Haushalt, Klavierstühle und schlichtes Kunstgewerbe. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Teewagen und Kleinmöbel beliebt. Seit diese nicht mehr „gehen“, stellt Klipper hochwertige Klappstühle und – Tische sowie stapelbare Stühle für öffentliche Gebäude im In- und Ausland her.
 

Leinenschuhe der Firma Seutter, 1950er Jahre


Arbeiterinnen der Strumpfwarenfabrik Kern beim Ketteln, das ist das Anbringen der Ferse am Strumpf, 1955