Draußen - Handel und Freizeit

Handel und Freizeit

Seit 1865 wurde in Weissach dreimal im Jahr ein Vieh- und Krämermarkt abgehalten; letzterer findet bis heute statt. Die Bauern hatten den Markt beantragt, weil ihr Vieh auf den Märkten in Calw, Pforzheim und Vaihingen „ermattet ankommt, wodurch den Verkäufern bedeutender ...Nachtheil entsteht“. Sie konnten auf dem Markt nicht nur ihre Tiere verkaufen, sondern bezogen dort auch Zuchtvieh aus dem Ausland (z.B. Tirol) von Händlern, die den Markt - ab 1906 mit der Strohgäubahn - beschickten. Die Bäuerinnen belieferten die auswärtigen Märkte zu Fuß mit Obst, Gemüse und Eiern. Den Bedarf an Waren, die man nicht selbst herstellte, deckten neben den Krämermärkten Hausierer und seit 1852 auch ortsansässige Läden. Im weiteren Sinne gehörte im 19. Jahrhundert auch der Schmuggel aus Baden zum Handel. Die Weissacher Hauptstraße ist bis heute eine Geschäftsstraße. Ein über 130 Jahre alter traditioneller Gemischtwarenladen verkauft Bücher, Geschirr, Lebensmittel, Schreibwaren und Uhren. Das ehemalige Kino (1954 mit 248 Plätzen erbaut) wurde 1968 zum ersten Weissacher Supermarkt.

Einst sah das Freizeitvergnügen junger Leute so aus: Die Mädchen trafen sich abends beim „Lichtkarz“  zur Handarbeit an ihrer Aussteuer. Dabei unterhielten die Jungen sie mit Singen und Scherzen. Die Wirtschaften (1852 in Flacht zwei, in Weissach drei) waren beliebte Treffpunkte, u.a. zum Kartenspiel. Zum Tanz bedurfte es der oberamtlichen Genehmigung. Das Sonntagsvergnügen bestand in Wanderungen zu auswärtigen Gaststätten. Mit der Gründung der Männergesangvereine
1857 und 1858 begann die organisierte Freizeit. Sport- und andere Vereine folgten. Von 1932 bis 1939 unterhielt ein Privatmann im Steinwaschbecken des Weissacher Steinbruchs ein Schwimmbad.  Seit der Nachkriegszeit hat sich das Freizeitangebot ständig erweitert.

Viehmarkt  in Weissach, 1930er Jahre


Gemischtwarenladen Essig in Flacht, vor 1914