Feuer und Wasser

Freund und Feind

Je mehr Einwohner Weissach hatte, desto knapper wurde in trockenen Sommern das Wasser aus den  durch Grundwasser und den Strudelbach gespeisten Brunnen. Deswegen beschloss die Gemeinde 1884, das Quellgebiet des „Heiligen Brunnen“ in Flacht zu kaufen, um von dort eine Leitung zu legen. Aber die Flachter verhinderten dies. 20 Jahre später nahm Weissach das Projekt wieder in Angriff. Dieses Mal setzten die Flachter die Wasserfrage als Druckmittel ein, um eine Station der geplanten Strohgäubahn zwischen Flacht und Weissach durchzusetzen. Am Ende bekam Flacht keinen Bahnhof und Weissach musste seine Wasserversorgung auf eigener Markung bauen. Dagegen schleppten die Flachter Frauen noch bis 1922 das Wasser für den täglichen Bedarf von Brunnen ins Haus. Nun erhielt das Dorf auch eine Wasserversorgungsanlage- auf dem Gebiet, dass man Weissach verweigert hatte. Hochwasser und Überschwemmungen richteten oft Schäden an.

Offene Feuerstellen zum Kochen und Heizen und offenes Licht entfachten früher in den engen, in Holzbauweise errichteten Dörfern verheerende Brände. Während dann eine Löschkette vom Brunnen zum Brandrand gebildet wurde, holte der Feuerreiter Hilfe aus den Nachbarorten. Vorsicht war jedoch der beste Brandschutz: Der Feuerbeseher kontrollierte regelmäßig, ob in den Häusern Brennbares nicht zu nah an der Feuerstelle stand. 1726 brannten in Weissach 30 Häuser ab, 1791 sogar 104. Der Wiederaufbau erfolgte nun aus Sicherheitsgründen in rechteckigen Blöcken mit breiten Straßen. Fortschritte im Löschwesen brachten Pumpen und Hydrantenwagen, die Wasserversorgung, Elektrizität und Gas sowie die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, 1876 in Weissach, 1887 in Flacht.

Seit der Verlegung der Wasserleitung dienen Brunnen zur Zierde und als Kindervergnügen.


Dachstuhlbrand Weissach, 2008