Draußen - Feld und Vieh

Feld und Vieh

Bevor die hiesigen Äcker bestellt werden konnten, mussten die Steine aufgelesen werden. Sie wurden am Feldrand Zu Riegeln aufgeschichtet, auf denen dann Hecken wuchsen. Ihnen verdankt die Landschaft den Namen Heckengäu. Sie stehen heute unter Naturschutz und sind Heimat seltener Vogel- und Pflanzenarten.

Feldarbeit

Die Flachter verdingten sich im nahen Münchingen, weil dort im milderen Srohgäu das Getreide früher reif war. Danach brachten sie ihre eigene Ernte ein. Hier wie da waren Fruchternte und Dreschen die wichtigste und härteste Arbeit im Jahr. Frauen und Kinder folgten dem Schnitter und breiteten die Stängel in „Sammelten“ zum Trocknen aus. Danach wurden diese zu Garben gebunden, auf großen Leiterwagen heimgefahren und abgeladen. Beim Dreschen im Winter schlug man die Körner aus den Ähren, putzte sie und ließ sie in der Mühle mahlen. Heutzutage wandern sie dank des Mähdreschers schon auf dem Feld in den Getreidewagen. Neben Frucht und Kartoffeln wurden Mohn für die Ölgewinnung, Zucker und Futterrüben („Angersche“) sowie Kohl angebaut. Äpfel und Birnen wurden vorwiegend zu Saft und Most (mit Wasser verdünnter vergorener Saft) gepresst; es gab auch wenige Weinberge.

Viehzucht

Zum Viehbestand gehörten Rinder. Allerdings gaben die Kühe wenig Milch, weil sie auch als Zugtiere eingesetzt wurden. Pferde hatten wenige. Außerdem wurden Schweine und Hühner gehalten, für den Eigenbedarf und zum Handel. Bevorzugtes Viehfutter war Heu. Dazu wurden Gras und Blumen im Morgengrauen gemäht, solange sie noch feucht waren, denn dann ließen sie sich am besten schneiden. In den folgenden Tagen wurde das Heu gewendet und ausgebreitet, bis es trocken war und eingebracht werden konnte.

Flachter Bäuerin bei der Rast, 1930er Jahre


Traditionelle Fruchternte in Weissach,
1984 für einen Amateurfilm nachgestellt